Mittwoch, 30. Juli 2014

Flohmarkt-Glücksfund: Ich hätte ja auch mehr bezahlt...

Alte Vintage-Kommode vom Flohmarkt, jetzt im Shabby Chic

Lasst uns über teure Dinge reden! Findet ihr nicht auch, dass das viel zu wenig getan wird? Wenn die Handtasche ein echtes Schnäppchen war oder die Küchenmaschine ein tolles Sonderangebot, dann erzählen es auch völlig fremde Menschen gern. Aber wie hoch die Miete der schicken Altbau-Wohnung ist, wie teuer der Bali-Trip war oder das neue Auto in der Luxus-Ausstattung - das wollen plötzlich beste Freunde nicht verraten. Weil sie sich schämen? Niemanden neidisch machen wollen? Es zeigt, wie viel sie verdienen? Ich weiß es nicht - und jetzt bekomme ich auch kaum die Kurve zu meiner neuen Lieblingskommode. Denn die war ein echtes Schnäppchen, von dem ich euch unbedingt erzählen muss. Mist, auch ich tue es schon wieder.

Voilà: Vom rosa Mädchentraum zum Vintage-Schatz


Ich war schon lange auf der Suche nach einem neuen Möbelstück für den Flur, dort stand noch eine alte IKEA-Sünde, die dringend entfernt werden wollte. Ich war schon kurz davor, mir im großartigen „Oh Calcutta“-Lager auf der Aachener Straße (wer es nicht kennt, unbedingt mal hin da!) einen wirklich mal teuren indischen Schrank zu kaufen, wollte aber noch einen Besuch auf dem Südstadt-Flohmarkt abwarten - und dort änderte sich der Plan. Plötzlich sah ich diese schöne Kommode in aufdringlichem Rosa, der riesige Spiegel darauf machte den Mädchentraum perfekt.

Alte Vintage-Kommode vom Flohmarkt, jetzt im Shabby Chic

Schon süß - aber nichts für eine Erwachsenenwohnung, die man auch noch mit einem Mann teilt. Nach kurzer Beratung mit eben diesem (Ob man die wohl streichen kann? Sieht man wohl noch Restrosa? Was ist das Stück wohl wert?) fragte ich nach dem Preis. Und die freundliche Dame hinterm Stand sagte: 30 Euro. Ihr Mann war mindestens genauso fassungslos wie ich - doch die Verkäuferin wollte das Ding einfach nicht mehr mit nach Hause nehmen. Ich schon. Also machten wir kurz darauf viele Möchtegern-Prinzessinnen zwischen acht und 13 Jahren neidisch, als wir die Anrichte durch die Südstadt trugen.

Zuhause sah der weitere Tag wenig royal aus: Putzen, schrubben, schleifen - und dann machte weißer Lack die Kommode alltagstauglich. Eine Schicht mit groben Pinseln hat gereicht, an einigen Stellen schimmert noch ein wenig Rosa durch - aber wie immer soll's gar nicht perfekt aussehen. Deswegen folgte der Schritt auf alt machen, als alles trocken war: Mit Schmirgelpapier zerkratzen wir den zuvor sorgfältig aufgetragenen Lack an einigen Kanten. Klingt mal wieder bescheuert, sieht jetzt aber nach einem Vintage-Schatz aus - und das war schließlich der Plan. Den Spiegel haben wir nicht wieder angebracht, der thront nun auf einer Malm-Kommode im Schlafzimmer und macht auch dort einen ziemlich guten Job.

Alte Vintage-Kommode vom Flohmarkt, jetzt im Shabby Chic

Ungelogen: Ich freue mich jeden Tag, wenn ich nach Hause komme, an dem neuesten Mitglied meiner Möbelfamilie. Und ja: Ich gebe zu, dass ich jedem Besucher völlig ungefragt die 30-Euro-Geschichte erzähle. Aber immerhin habe ich bei dem Kauf so viel Geld gespart, dass ich es unbedingt in wahnsinnig hohe Nubuk-Pumps investieren musste. Die waren mindestens vier mal so teuer wie die Kommode und höchstens halb so nötig. Aber ich stehe dazu - das wird man sich ja wohl noch gönnen dürfen.

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