Samstag, 19. Dezember 2015

Gesund, gesund, gesund: Hirse - mit allem, was ihr wollt

Super-gesund:Hirse-Salat mit Zucchini, Oliven und Tomatensauce
Zutaten: Hirse. Für dieses Beispielgericht: Gebratenes Gemüse nach Wahl,
dazu etwas Tomatensauce und viele Gewürze.

Jetzt also Hirse. So weit ist es schon? Fragte ein irritierter Blick, als ich die Packung zuhause in den Vorratsschrank stellte. Und ja, das habe auch ich mich gefragt, als ich sie kurz zuvor in mein dm-Körbchen packte. Aber bekanntermaßen lasse mich immer schnell überzeugen von der Ist-so-gesund-Propaganda völlig fremder Blog-Schreiber. Und als ich dann bei Carrots for Claire nur noch Hirsehirsehirsehirse las, da lag die Packung fast schon auf dem Kassenband. Ja, ich bin leicht zu haben. Aber immerhin hinterfrage ich kritisch, teste ausführlich und teile meiner illustren Leserschaft mit, was ich davon halte. Vielleicht erspare ich also jemandem eine schlechte Erfahrung - oder wir gründen bald den Verein freundlicher Hirsefreunde. Ihr werdet sehen.

Voilà: Hirse - mit allem, was ihr wollt


Also gut, liebe Hirse, was kannst du denn schönes? Fassen wir uns kurz: So ziemlich alles. Als ich gerade für diesen Text schnell ein paar Eigenschaften recherchieren wollte (um dann zu zeigen, dass Hirse eigentlich die uncoole Schwester von Couscous ist), war ich selbst völlig überrascht. Ich wusste zwar, dass Hirse gesund sein soll. Aber so gesund? Die Körner enthalten extrem viel Eisen, Vitamine und Mineralstoffe. Sie schützen vor Herzkrankheiten, beugen Diabetes vor, sind gut für Knochen, Haut, Haare und Nägel. Hirse soll sogar das Bindegewebe stärken, macht lange satt - und ist auch noch glutenfrei, falls das irgendwem wichtig ist. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wer noch mehr wissen will, der sollte hier vorbeischauen oder Google fragen. Wer Hunger hat, liest einfach weiter.


Die Zubereitung funktioniert eigentlich genau wie bei Couscous, Bulgur oder Quinoa - und wird auf der Packung erklärt: Hirse waschen, mit der doppelten Menge Wasser zum Kochen bringen, fünf Minuten köcheln, zehn Minuten quellen, fertig. Und jetzt kann sie genauso weiterverarbeitet werden wie die gerade genannte Konkurrenz. Ich habe gebratenes Gemüse (in etwas Tomatensoße, war noch vom Abendessen übrig) untergerührt und dann leckergewürzt. Denn leider gilt auch fürs Wunderkorn Hirse: Ist gesund, schmeckt auch so. Irgendwie ein bisschen öko, ein wenig mehlig, fand ich sogar. Vielleicht muss man sich auch einfach etwas an den Geschmack gewöhnen - am besten probiert ihr es einfach selbst.

Jedenfalls ist Hirse vielseitig zu verwenden: Als warmes Pfannengericht, als Salat zum Mitnehmen (was für mich wichtig ist, seit ich mich als Mittagspausen-Selbstversorgerin durchschlage), man kann sie sogar zu supergesundem Frühstücksbrei machen - kommt als Punkt auf meine To-try-Liste.

Super-gesund:Hirse-Salat mit Zucchini, Oliven und Tomatensauce

Bon Appétit! Und wer jetzt ein detailliertes Rezept erwartet hat, der ist vermutlich enttäuscht worden. Eigentlich wollte ich ja nur meine Ich-hab-Hirse-getestet-Erfahrungen mit euch teilen und ein wenig plaudern. Und ich hab sogar noch eine Erkenntis zum Schluss: Wusstet ihr, dass Coucous gar nicht so viele gesunde Eigenschaften hat - und meist verarbeiteter Hartweizen ist? Also eigentlich der minikugelige Bruder von Nudeln? War mir neu. Dafür ist das Image viel cooler - also wenn ihr euch für eure Hirse schämt, dann müsst ihr euch gar nicht outen. Zumindest meine Kollegen haben letztens gedacht, ich esse Couscous - und vielleicht hätte ich einfach nur nicken, lächeln und weiterlöffeln wollen. Aber ich war ehrlich. Und stecke jetzt wohl in einer Schublade: direkt neben Dinkelwaffeln, Seitan-Bratlingen und ungebleichtem Öko-Leinen.

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